"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist"
Spruch aus dem Talmud
Erinnern heißt hinschauen
Das erste Mal werden am Sonntag, 17. Mai, ab 15 Uhr Stolpersteine in Tauberbischofsheim verlegt. Der Künstler Gunter Demnig, Initiator des größten dezentralen Mahnmals der Welt, wird sie selbst verlegen. Erster Verlegeort sind die Manggasse 2 und die gegenüberliegende Hauptstraße 45a. Die Schicksale der acht früheren Bewohner werden kurz vorgestellt, das jüdische Totengebet Kaddisch gesprochen und ein musikalischer Impuls gegeben.
Von dort geht es in die Hauptstraße 96, wo Gunter Demnig um 15.45 Uhr zwei Steine verlegen wird. Letzter Punkt der Verlegung ist um 16.15 Uhr die Gartenstraße 3. Dort werden zwei weitere Steine ins Pflaster eingelassen. Ab 17.15 Uhr steht ein Treffen im Gründerzentrum auf dem Programm, bei dem Fotos der früheren jüdischen Mitbürger zu sehen sind und bei dem Joram Brückheimer eine Ansprache halten wird.
Die Steine erinnern an die ehemaligen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die zur Zeit des Nationalsozialismus ausgegrenzt, erniedrigt, bedroht und verfolgt wurden. Bei der ersten Verlegung in der Kreisstadt hat sich die Stolperstein-Gruppe auf die Familie Brückheimer konzentriert.
Den Anstoß zur Stolpersteinverlegung hatte Joram Brückheimer vor zwei Jahren gegeben. Er besuchte im August 2023 das Grab seines Großvaters Max auf dem jüdischen Friedhof. Das Projekt Stolpersteine liegt ihm und seiner Familie sehr am Herzen, denn im Talmud, einem der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums, heißt es: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist."
Heike von Brandenstein (tbb_aktuell 04_26)
