Datum:
29.05.2022
Zeit:
17:00
Ort:
Betsaal

Lesung mit Bärbel Schäfer in der ehemaligen Synagoge Wenkheim

„Meine Nachmittage mit Eva“

 

Auf Einladung des Vereins „die Schul – Gedenkstätte Synagoge Wenkheim“ liest die bekannte Journalistin, Autorin und Moderatorin Bärbel Schäfer am Sonntag, den 29. Mai um 17 Uhr aus ihrem Buch „Meine Nachmittage mit Eva“

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Bärbel Schäfer ist bekannt. Ja, es ist die, die in den Achtzigern erfolgreich eine tägliche Talkshow in Deutschland im damals jungen Privatfernsehen etablierte. Doch es gibt ein deutlich journalistischeres und engagierteres Leben danach: Seit vielen Jahren legt sie als Autorin Bücher vor, die immer aus privatem Interesse und Blickwinkel heraus gesellschaftliche und politische Themen aufarbeiten.

Nicht erst seit sie –nach der Hochzeit mit ihrem Mann Michel Friedmann- zum jüdischen Glauben konvertiert ist, beschäftigt sich Frau Schäfer mit der deutschen Vergangenheit, der Vernichtung und Auslöschung von Menschen in den KZs und Gaskammern der Nazis. Daraus folgt für sie die Überzeugung, dass wir Deutschen der nachfolgenden Generationen uns heute und in Zukunft dieser Verantwortung stellen müssen.

In ihrem Buch „Meine Nachmittage mit Eva“ schildert sie aus diesem persönlichen Blickwinkel heraus ihre Begegnungen und ihre Freundschaft mit einer der letzten in Frankfurt noch lebenden Menschen, die das Vernichtungslager Auschwitz überlebt haben. So wird aus deren beider Leben ein wichtige Publikation für heute: Zwei Frauen, zwei Generationen, zwei Erfahrungswelten: Bärbel Schäfer und die fast zweiundneunzigjährige Eva Szepesi.

Eva, 1932 in Ungarn geboren, trägt eine tätowierte Nummer auf dem Unterarm. Sie war elf Jahre, als sie vor den Nazis fliehen musste und schließlich nach Auschwitz deportiert wurde. Bei der Befreiung am 27. Januar 1945 entdeckte sie ein russischer Soldat der Roten Armee. Er dachte, sie sei tot. Als er merkte, dass Eva noch atmete, trug er sie aus dem Lager. Sie überlebte als zwölfjähriges Mädchen. Jahrzehnte konnte die die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi nicht über ihre traumatischen Erlebnisse sprechen.

Auf einer Veranstaltung lernte Bärbel Schäfer sie kennen. Die beiden Frauen freundeten sich an und trafen sich fortan jeden Mittwochnachmittag. Sie sprachen über Gewalt, Schrecken und Angst, aber auch über Freundschaft, Toleranz, Respekt. Diese Begegnung löste bei der Journalistin und Moderatorin ein persönliches Nachdenken über die Haltung in der eigenen Familie, ihre Geschichte und den Umgang mit der Vergangenheit aus.

Genau aus dieser Haltung heraus spiegelt Bärbel Schäfer in ihrem Buch „Meine Nachmittage mit Eva“ literarisch und auf tief empathische Weise die eigene Lebensgeschichte in den Erzählungen Evas und holt die erschütternden Erfahrungen in die Gegenwart: Evas Gestern trifft auf ihr Heute, ihre Erinnerungen, ihren Alltag, ihre Beobachtungen zur aktuellen Stimmung in unserer Gesellschaft. Ein beeindruckendes Statement gegen das Vergessen und das Schweigen –  in Zeiten des Populismus wichtiger denn je!

Der Verein „die Schul – Gedenkstäte Synagoge Wenkheim“ lädt zu dieser nachmittäglichen Lesung  mit Bärbel Schäfer am Sonntag, den 29. Mai um 17 Uhr in die ehemalige Synagoge Wenkheim ein. Die Veranstaltung findet unter den aktuellen Coronaauflagen statt. Eine verbindliche telefonische Kartenreservierung ist unter 09341 5865 möglich; Restkarten an der Abendkasse.

weba/dieSchul

04.05.2022

  Veranstaltung |  Sonntag, 09. Februar 2020 00:00 |  Sonntag, 15. Mai 2022 12:41 |  Sue |  5969